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ICD-Codes: – N60 – N64 – Was ist der ICD-Code?
Die Mastopathie – Knoten im weiblichen Brustgewebe
Bei der Mastopathie handelt es sich um eine gutartige Mutation, welche im Drüsengewebe der Brust zu finden ist. Sie entsteht ab dem Alter der Pubertät bis in die Wechseljahre. Meist sind jedoch Frauen im Alter zwischen 35 und 50 betroffen. Sehr selten tritt diese Krankheit vor dem 25. Lebensjahr oder nach den Wechseljahren auf. Bei mindestens jeder zweiten Frau kommt es zu einer Mastopathie. Es gibt Mastopathien, die je nach Schweregrad in drei unterschiedliche Gruppen klassifiziert werden.
Dies wird anhand des mikroskopischen Befundes festgestellt. Dadurch kann sowohl eine Prognose gestellt, als auch der Ursprung der Drüsenveränderung definiert werden. Untersucht werden hierzu das Milchgangsephitel, welches die feine Gewebeschicht darstellt, die die Milchgänge innerlich auskleidet. Außerdem werden die Milchdrüsen und das weitere Brustgewebe begutachtet. Bei der Mastopathie Grad 1 ist das Milchgangephitel unverändert. Die vorhandenen Drüsenveränderungen können von einer Vermehrung des Bindegewebes oder von einem verändertes Läppchensystem stammen. Bei den veränderten Milchgängen kann es zu einer Zystenbildung kommen. Tritt eine Wucherung der Milchgangephitelien auf, so spricht man von der gering fortgeschrittenen Mastopathie, bzw. der Mastopathie Grad 2.
Die Milchgangephitel-Zellen sehen dennoch kaum verändert aus. Die sklerosierende Adenose stellt eine Sonderform der Mastopathie Grad 2 dar. Dies sind Auswucherungen mehrerer Läppchengrenzen. Wucherungen der einzelner Drüsenstücke und der Ausführungsgänge können zu tastbaren Knötchen führen. Es handelt sich jedoch weiterhin um eine gutartige Veränderung. Man unterscheidet die Mastopathie Grad 2 jedoch schwer von einem bösartigen Tumor. Die atypische, fortschreitende Mastopathie wird als Mastopathie Grad 3 bezeichnet.
Ähnlich wie bei der Mastopathie Grad 2 kommt es hier zu Veränderungen der Milchgangephitelien. Jedoch ist die Zellenform untypisch verändert und die Zellenkerne teilen sich untypisch oft. Diese Veränderungen können zu Wucherungen führen, die zu einem bösartigen Tumor werden können. Trotzdem kann die Mastopathie nicht als Grundlage für Brustkrebs angesehen werden. Es kommt sehr selten vor, dass aus den gutartigen Mutationen Brustkrebs entsteht.
Um das Risiko zu verringern sollten Frauen, bei denen eine Mastopathie Grad 2 oder Grad 3 diagnostiziert wurde, regelmäßige Untersuchungen durchführen lassen, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Auf einen Blick: Das Wichtigste in Kürze
[su_icon_text color=“#333333″ icon=“icon: check-square-o“ icon_color=“#afafaf“ icon_size=“40″ url=““ target=“blank“ class=““]Bei einer Mastopathie handelt es sich um eine gutartige Mutation im Drüsengewebe der Frau.[/su_icon_text] [su_icon_text color=“#333333″ icon=“icon: check-square-o“ icon_color=“#afafaf“ icon_size=“40″ url=““ target=“blank“ class=““]Die Veränderung des Drüsengewebes kann sehr gut therapiert werden.[/su_icon_text] [su_icon_text color=“#333333″ icon=“icon: check-square-o“ icon_color=“#afafaf“ icon_size=“40″ url=““ target=“blank“ class=““]Die Ausprägung der Symptome sind von Fall zu Fall verschieden und sagen meist nichts über den Grad der Mastopathie aus.[/su_icon_text]Hormonelle Ursachen einer Mastopathie
Die Hauptursache für die Entstehung einer Mastopathie ist wohl ein veränderter Hormonspiegel. Bei den betroffenen Frauen kommt es zu einem erhöhten Östrogenwert, wodurch es zu den Drüsenveränderungen in der weiblichen Brust kommt, welche sowohl fortschreitend wachsend, als auch regressiv sein können. Aufgrund der Tatsache, dass Mastopathie ab der Geschlechtsreife auftritt ist ein weiteres Indiz dafür, dass Sexualhormone für die Veränderungen verantwortlich sind. Nach den Wechseljahren und der damit zusammenhängenden Hormonumstellung verschwinden meist auch die Beschwerden wieder. Auch andere Funktionsstörungen, wie etwas eine Schilddrüsenunter- oder Überfunktion können eine Mastopathie auslösen.
Die Ausprägung der Symptome sind von Fall zu Fall verschieden und sagen meist nichts über den Grad der Mastopathie aus. Vor Eintritt der Regelblutung kommt es zum Anschwellen der Brüste. Dadurch tritt ein manchmal schmerzhaftes Spannen und Ziehen auf und die Verhärtungen lassen sich ertasten. Bei manchen Patientinnen kommt es in dem Zusammenhang zu einem weißlichen, selten blutigen Ausfluss aus der Brustwarze. Beim Einsetzen der Menstruation klingen diese beidseitigen Anzeichen wieder ab.
Diagnose einer Mastopathie durch den Facharzt
Die Diagnose wird von einem Frauenarzt gestellt, welcher ein ausführliches Patientengespräch führt und die Brust abtastet. Um ein besseres Bild des Schweregrades der Mastopathie zu erhalten muss eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Auch wenn keine Mastopathie vorliegt, sollte die Brust einmal jährlich untersucht werden. Beim Abtasten fühlen sich die Drüsenkörper unregelmäßig an, sind allerdings leicht unter der Haut zu verschieben.
Vor der Menstruation ist dies einfacher zu ertasten, als hinterher. Durch das Tasten kann allerdings eine gutartige Veränderung nicht von einem Tumor unterschieden werden. Deswegen muss eine Gewebeprobe entnommen werden. Weitere Auskünfte über ertastete Mutationen erteilt eine Mammographie. Diese hilft, Mikroverkalkungen zu erkennen, die immer entfernt werden sollten. Dies wird anschließend mikroskopisch untersucht. Vorhandene Zysten werden punktiert, das dadurch erhaltene Punktat wird auf Zellenveränderungen untersucht. Bei austretendem Sekret wird auch dieses mikroskopisch untersucht. Bei der so genannten Galaktographie wird eine Flüssigkeit in die Milchgänge gespritzt, um diese auf einem Röntgenbild sichtbar zu machen. Dies gibt Aufschluss über das Milchgangsystem selbst.
So können Mastopathie Symptome gelindert werden
Bei der Therapie der Mastopathie geht es hauptsächlich um die Linderung der Symptome, die aufgrund der Brustdrüsenveränderung auftreten. Um den Östrogenhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wird zwischen dem 16. und 25. Zyklustag Gestagen verabreicht. Um die Spannungen und Zysten zu verringern, kann ein Prolaktinhemmer gegeben werden.
Treten starke Schmerzen auf, so kann die Östrogenbildung durch den Wirkstoff Danazol gehemmt werden. Sind mehrere Risikofaktoren für Brustkrebs vorhanden und kommt es zu einer Entartung der Mastopathie, so kann auch eine Entfernung der Brust notwendig werden. Die ist der Fall, wenn mehrere Fälle von Brustkrebs in der Familie vorkamen, eine Mastopathie Grad 3 diagnostiziert wurde und die Mastopathie schlecht mammographisch überwacht werden kann. Die Mastopathie Grad 1 stellt noch kein Risiko dar.
Trotzdem sollten gerade betroffene Frauen mindestens einmal jährlich die Brust auf Veränderungen mit Ultraschall untersuchen lassen. Auch bei Mastopathien von Grad 2 und 3 spricht man noch nicht von Vorstufen für Brustkrebs. Es besteht allerdings das Risiko, dass sich daraus Brustkrebs entwickelt. Deswegen sollte in kurzen und regelmäßigen Abständen mammographisch kontrolliert werden. Es sind keinerlei vorbeugende Maßnahmen bekannt. Den Veränderungen des Drüsengewebes kann nicht entgegengewirkt werden. Frauen sollten jedoch einmal monatlich selbst die Brust abtasten, um eventuelle Veränderungen schnell zu erkennen, und gegebenenfalls einen Arzt konsultieren.
Quellen und weiterführende Verweise
- https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/brusterkrankungen-gutartig/mastopathie-schwellungen-knoten-zysten/
- https://www.apotheken-umschau.de/Brust/Knoten-in-der-Brust–Ursachen-Fibrozystische-Mastopathie-11884_5.html
Bildnachweise:
- https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-bett-schlafzimmer-sitzung-3807730/
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