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Granulozyten-Detail

Granulozyten (eosinophile, basophile und neutrophile)

Die Leukozyten haben eine zentrale Bedeutung bei Entzündungs und Immunreaktionen, zu ihnen gehören die Neutrophilen, die T und B-Lymphozyten, die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die Granulozyten, Monozyten, die Eosinophilen und die Basophilen.

Granulozyten

Granulozyten

Diese Zellen haben jeweils spezifische Funktionen, so erfolgt die Antikörperproduktion durch B-Lymphozyten und die Abwehr von Bakterien durch Neutrophile. Allerdings ist die exakte Rolle der einzelnen Leukozyten-Subpopulationen bei Infektionskrankheiten nicht im Detail aufgeklärt. So spielen Neutrophile, die klassischen Abwehrzellen gegen bakterielle Infekte, auch bei viralen Infektionen eine wichtige Rolle.

So entstehen Granulozyten

Mit dem Blut gelangen die Leukozyten aus dem Knochenmark, wo sie gebildet werden, in die verschiedenen Gewebe. Der Normalwert für die Leukozytenzahl im Blut liegt bei 4300–10.800/μl. Davon sind 45–74 % neutrophile segmentkernige Granulozyten, 0–4 % Stabkernige, 16–45 % Lymphozyten, 4–10 % Monozyten, 0–7 % Eosinophile und 0–2 % Basophile. Die Variationen zwischen Individuen und zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen können erheblich sein und niedrigere Leukozytenwerte werden z. B. bei Afroamerikanern beobachtet. Dabei entstehen die verschiedenen Leukozytenarten letztlich aus einer gemeinsamen Stammzelle im Knochenmark. Drei Viertel der kernhaltigen Zellen im Knochenmark sind für die Produktion von Leukozyten zuständig.

Entwicklung der Granulozyten

Entwicklungsstufen Granulozyten

Die Reifung im Knochenmark wird durch verschiedene Faktoren reguliert, die als Kolonie-stimulierende Faktoren (CSF) und Interleukine (IL) bekannt sind. Da eine Veränderung in Anzahl und Art der Leukozyten oftmals mit Krankheitsprozessen assoziiert ist, sind die Leukozytenzahl (Zellen pro μl) sowie das Differenzialblutbild von hohem informativem Wert. In diesem Kapitel werden Neutrophile, Monozyten und Eosinophile besprochen.

Granulozyten in der Labormedizin

In der Labormedizin unterscheidet man die Granulozyten nach Anfärbbarkeit in eosinophile, basophile und neutrophile Granulozyten, letztere wiederum in »stabkernige« – das sind junge Zellen – und in die betagteren »segmentkernigen«. Mit 40 bis rund 80 Prozent stellen die neutrophilen Granulozyten – auch als »Neutrophile« bezeichnet – den stärksten Anteil der weißen Blutkörperchen.

  • Etwa 60% der Leukozyten
  • Bildung im Knochenmark
  • Lebensdauer Stunden bis Tage
  • Vor allem Mikrophagen zur Phagozytose
  • Name durch Körnung (Granula, lysosomenartige Zellorganellen)

Die Granulozyten fit machen

  • Vitamin C steigert die Angriffslust und die »Fressleistung« der neutrophilen Granulozyten bei Infektionen durch Bakterien oder Pilze. Gute Lieferanten von Vitamin C sind zum Beispiel Kiwis, Paprika, Schwarze Johannisbeeren, Petersilie.
  • Auch Sonnenbäder in Maßen, Vitamin D, Zink und Eiweiß (etwa aus Fleisch, Champignons, Käse, Eiern) machen die Erste-Hilfe-Truppen des Immunsystems fit.
ZellartLeukozytenzahlpro µl Blut
Normalwert4300–10.800/μl
Stabkernige (neutrophile) Granulozyten0 bis 4%150–400/μl
Segmentkernige (neutrophile) Granulozyten45 bis 74%4.800–7.900/μl
Eosinophile Granulozyten0 bis 7%50–750/μl
Basophile Granulozyten0 bis 2%15–200/μl
Lymphozyten16–45 %1.700–4.800/μl
Monozyten4–10 %400–1.000/μl

Eosinophilie

EosinophilieEine Erhöhung der Eosinophilen auf mehr als 500/μl wird als Eosinophilie bezeichnet und in vielen Situationen, wie Infektionen mit Parasiten, beobachtet. Im Gewebe können die Eosinophilen vermehrt sein, ohne dass eine Eosinophilie im Blut vorliegt. Häufig wird eine Eosinophilie bei [weiterlesen über Eosinophilie]

Neutrophilie

NeutrophilieZu einem Anstieg der Neutrophilen kommt es infolge gesteigerter Bildung oder Freisetzung aus dem Knochenmark oder gestörter Margination (siehe Grafik). Am häufigsten führen Infektionen zu einer Neutrophilie. Bei akuten Infektionen liegt sowohl eine gesteigerte Bildung als auch eine erhöhte Freisetzung [weiterlesen über Neutrophilie]

Eosinophile Granulozyten

EosinophilieIhre ursprüngliche Aufgabe ist die Immunabwehr von Würmern und Parasiten. Sie sind ebenso an allergischen Abwehrreaktionen beteiligt, die bei Allergikern durch Allergene wie bestimmte Nahrungsmittel oder Blütenstaub (Pollen) fälschlich ausgelöst werden. Etwa 3% der Granulozyten, rot anfärbbar Wirken v.a. bei [weiterlesen über Eosinophile]

Neutrophile Granulozyten

neutrophiler GranulozytDiese Leukozyten leisten als »kleine Fresszellen« erste Hilfe bei Bakterien- und Pilzbefall: Sie schlüpfen durch die Wände selbst der kleinsten Blutgefäße ins Gewebe zu den Entzündungsherden. Sie kapseln die Erreger oder Fremdstoffe ein, machen sie mit einer »chemischen Keule« aus [weiterlesen über Neutrophilie]

 

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Granulozyt
  • https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/granulozyten
  • http://www.gesundmed.de/
Granulozyten

Granulozyten

© Foto: Kateryna Kon 123rf.com



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Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Update: Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 28.10.2020 statt.