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Thrombozyten zu hoch

Thrombozyten zu hoch – Was bedeutet der erhöhte Thrombo Wert?

Thrombozyten zu hoch kann ein Anzeichen dafür sein, dass einer Person die Milz entfernt wurde, oder größere Verletzungen, wie sie nach einer Geburt und bei starken Infektionskrankheiten (reaktive Vermehrung), schweren Eisenmangelanämien oder großer sportlicher Anstrengung vorkommen.

Sehr hohe Thrombozyten-Werte stehen meist mit einer krankhaften Zellvermehrung der Blutbestandteile, wie z.B. bei Leukämie oder Polycythämia vera, in Verbindung. Steigt die Anzahl der Thrombozyten über 700.000 pro Mikroliter, besteht ein erhöhtes Risiko eines Gefäßverschlusses.

Thrombozyten Normalwerte

AbkürzungBeschreibungNormalwert pro Mikroliter Blut
ThromboAnzahl der Thrombozyten (Blutplättchen)Männer & Frauen: 150.000 - 400.000 pro µl

Was tun, wenn Thrombozyten zu hoch?

Thrombozyten zu hoch, also erhöhte Thrombozyten können auf ein erlebtes Trauma in körperlicher oder seelischer Ebene hinweisen. Diese dort erlittene „Wunde“ verhindert, dass man zu den tiefsten inneren Empfindungsebenen des betroffenen Menschen vordringen kann.

Diagnostik

Thrombozytenzählung nur aus venöser oder arterieller Blutabnahme verwerten.

  • Wiederholung der Thrombozytenzählung je nach Schwere der Thrombozytopenie innerhalb von 4 – 24 h zur Abschätzung der Kinetik.
  • Ggf. Beurteilung von Zahl (Cave: in der automatisierten Zählung falsch hoch bei mikrozytärer Anämie) und Morphologie der Thrombozyten im Ausstrichpräparat.
  • Analyse der plasmatischen Gerinnung, obligat bei thrombozytopenischen Frühgeborenen < 1500 g Geburtsgewicht.
  • Blutgruppenbestimmung, Coombs-Test.
  • Infektions-Laborparameter, immer bei unerwartetem Sturz der Thrombozytenzahl.

Bestimmung der maternalen Thrombozytenzahlen bei V.a. auf immunologische Ursache der Thrombozytopenie (bei jeder pränatal erworbenen Blutung!), dann zusätzlich gezielte Diagnostik:

  • bei V.a. Alloimmunthrombozytopenie: Antikörpersuche im Blut der Mutter (Einsendung von 10–20 ml Blut von der Mutter plus 10 ml Blut vom Vater) durch Testung auf maternale Antikörper gegen väterliche Thrombozyten (Klärung und Beratung wichtig wegen nachfolgender Schwangerschaft).
  • bei V.a. Autoimmunthrombozytopenie: Anamnese der mütterlichen Autoimmunerkrankung primär ausreichend, ggf. Bestimmung anti-thrombozytärer Antikörper (aufwändig und teuer).

Bei unklarer persistierender Thromboyztopenie:

  • Bestimmung der Transaminasen zur Klärung der Leberfunktionsstörung (erworbener Thrombopoietin-Mangel als Ursache einer verminderten Megakaryopoiese).
  • CMV-Diagnostik (quantitative PCR im Urin, bei Pneumonie auch im Trachealsekret), insbesondere bei Frühgeborenen.
  • HIV-Diagnostik beim Kind; es werden wiederholt Fälle berichtet, in denen nach unauffälligem maternalen Screening in der Frühschwangerschaft die Diagnose einer HIV-Infektion aufgrund einer persistierenden Thrombozytopenie des Neugeborenen gestellt wurde.

Differenzialdiagnostik:

  • Analyse des mean platelet volume (MPV) zur Klärung, ob Makro- oder Mikrothrombozytopenie.
  • Bestimmung der immature fraction of platelet (IPF) zur Beurteilung der Aktivität der Megakaryopoiese.
  • Gezielte molekularbiologische Diagnostik bei V.a. genetisch bedingte Thrombozytopenie.
  • Bestimmung der Thrombopoietin-Konzentration oder Knochenmark-Punktion nur sehr selten erforderlich.

Erhöhter Thrombozyten-Wert (Thrombozytose)

  • Chronisch myeloische Leukämie (CML)
  • Tumoren mit Metastasen
  • Knochenmarkserkrankungen wie Myelofibrose (Entartung der Thrombozyten- Vorläuferzellen)
  • Infektionen, etwa von Atem- und Harnwegen, meist eitrig
  • Abszesse
  • Stress
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Blutverlust, Blutmangel (Anämie, Operation)

Referenzbereiche

  • Monozyten
    3-7% (285-500/µl)*
    im Venenblut von Erwachsenen
  • Thrombozyten 150 000 – 400.000/µl*

im Venenblut von Erwachsenen und Kindern
* abhängig vom Analyseverfahren welches je nach Labor schwanken kann.

Bildnachweis:

  • Urheber: alexpokusay / 123RF Standard-Bild

Thrombozyten zu hoch



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Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Update: Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 25.8.2020 statt.