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Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Symptome und Behandlung


ICD-Codes: – J01 – Was ist der ICD-Code?


Die Nasennebenhöhlenentzündung – Weit verbreitete Entzündung der Nase

Die Nasennebenhöhlenentzündung ist eine verhältnismäßig relativ häufig auftretende Krankheit, die von Medizinern auch als Sinusitis bezeichnet wird. Befinden sich in der Nase anatomisch bedingte Engstellen, wird die Entzündung zusätzlich begünstigt. Hervorgerufen wird diese Krankheit von Pilzen, Allergien oder durch Bakterien. Bei den Nasenhohlräumen handelt es sich um Hohlräume in den Gesichtsknochen münden.

 

Diese Knochen liegen auf beiden Seiten der Nase. Direkt über der Nase, oberhalb der Augenbrauen befinden sich im Zentrum die Stirnhöhlen. Bei den so genannten Siebbeinhöhlen handelt es sich ebenfalls um Hohlräume, die aber etwas kleiner sind und etwa zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel liegen. Im Gesichtsknochen unmittelbar neben der Nase befinden sich die Kieferhöhlen. Genau wie die Nase sind auch die Kieferhöhlen mit einer Schleimhaut ausgekleidet.

Neben der viralen und allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege gehört die Nasennebenhöhlenentzündung zu der am häufigsten auftretenden Krankheit der menschlichen Atemwege. Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde tritt die Sinusitis immer häufiger auf.

Nasennebenhöhlenentzündung Erklärung

Wie kann es zu einer solchen Entzündung kommen?

Im gesunden Zustand sind die Nasennebenhöhlen gut belüftet. Die Schleimhaut der Nase und die der Nasennebenhöhlen sind identisch. Damit der Hohlraum ausreichend gereinigt werden kann, wird von der Schleimhaut ein Sekret produziert, das aus den Höhlen in den Nasen-Rachenraum abtransportiert wird. Wenn dieser Weg einmal verstopft ist, sammelt sich folglich das produzierte Sekret in den Höhlen. Das gesammelte Sekret bietet Bakterien und anderen Erregern optimale Bedingungen um sich zu vermehren. Eine mögliche Folge ist die Entzündung der Schleimhaut.

In vielen Fällen ist die Ursache für eine akute Sinusitis bakterielle oder virale Effekte in der Nase. Selbst bei einem unscheinbaren und harmlosen Schnupfen sind bei 4/5 der Erkrankten die Nebenhöhlen mit befallen. Bei einer solchen Art von Erkrankung spricht man auch von Rhinosinusitis. Eine bakterielle Entzündung der Nebenhöhlen ist meist eine Folge der viralen Rhinosinusitis. Die Kieferhöhlenentzündung kann zudem durch eine Zahnwurzelentzündung hervorgerufen werden. Die chronische Sinusitis hat meist direkte Veränderungen in der Nase zur Folge. Diese Veränderungen verhindern eine ausreichende Belüftung. Nasenpolypen sowie Verkrümmungen der Nasescheidewand zählen zum Beispiel dazu. Andere Ursachen können beispielsweise allergische Schleimhautschwellungen, Erkrankungen des Immunsystems oder Mukoviszidose sein.

Symptome

Wie sind die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung

Die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Man unterscheidet zwischen chronische und akute Symptome. Die Beschwerden bei einer chronischen Erkrankung sind in der Regel deutlich schwächer als bei der akuten Entzündung. In vielen Fällen merkt der Betroffene noch nicht einmal Schmerz. Lediglich die Nasenatmung ist in den meisten Fällen eingeschränkt und es kann ein eitriges und schleimiges Sekret auftreten.

Bei der akuten Entzündung sind die Schmerzen viel spürbarer. Der Verlauf beginnt oftmals mit einem harmlosen Schnupfen. Ein Symptom für die akute Variante der Nasennebenhöhlenentzündung ist der Schmerz im Kopf. Betroffene spüren manchmal ein Drücken in den Bereichen der Stirn, der Wange, hinter den Augen und seltener auch im Hinterkopf. Wenn man sich nach vorne beugt oder fest mit dem Fuß auf dem Boden auftritt und sich die Schmerzen verschlimmern, ist auch das ein eindeutiges Symptom für die Sinusitis. Auch eitriger Schnupfen kann ein Anzeichen für die Krankheit sein. Falls dann auch noch bei schweren Entzündungen Fieber, Sehstörungen oder Abgeschlagenheit auftritt, kann man fast sicher sein eine Nasennebenhöhlenentzündung zu haben.

Diagnose

Wie wird eine Nasennebenhöhlenentzündung diagnostiziert?

Wie zu Beginn vieler Behandlungen beginnt der Arzt mit Fragen zur Krankheit und macht sich ein Bild von der Intensität und dem Handlungsbedarf. Damit der Mediziner Sinusitis diagnostizieren kann, wird die Nase des Patienten von innen untersucht. Diese Methode wird auch als Rhinoskopie bezeichnet. In der Regel ist ein kleiner dünner Schlauch dabei behilflich, die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen zu untersuchen. Wenn man einen Abstrich zur Hilfe nimmt lassen sich sämtliche Keime beim eitrigen Schnupfen nachweisen. Eine Röntgenaufnahme kann zum Beispiel noch zeigen, ob sich das Sekret in den Nasennebenhöhlen schon aufgestaut hat. Einige Nebenhöhlen können sich auch mit der gewohnten Ultraschall-Methode untersuchen lassen. Sind mehrere Höhlen betroffen oder handelt es sich um eine chronische Sinusitis, liefert eine Computertomographie detaillierte Informationen. Wird eine Allergie vermutet, kann man sich einem speziellen Haustest unterziehen. Der so genannte Prick-Test ist in diesem Bereich einer der bekanntesten Tests.

Ist Selbsthilfe bei einer Nasennebenhöhlenentzündung denkbar?

Es ist bei einer möglichen Therapie als erstes wichtig zu wissen, ob eine akute oder chronische Entzündung vorliegt. Falls eine akute Entzündung diagnostiziert wurde, werden bei der Bekämpfung der Krankheit Medikamente eingesetzt, die die Schleimhaut abschwellen lassen. Die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen werden damit frei und die Nebenhöhlen werden zusätzlich belüftet. Außerdem kommen schleimlösende Medikamente zum Einsatz, die das Sekret wieder verflüssigen sollen, damit es im Anschluss einfacher und schneller wieder abtransportiert werden kann. Die früher verbreitete und bekannte Kieferspülung wird heutzutage so gut wie nie mehr angewendet. Ein Antibiotika kommt nur bei sehr stark ausgeprägten Schmerzen in Fragen. Dieses zerstört dann sämtliche Bakterien im Körper. Wenn man nicht sofort zu starken Medikamenten greifen will, kann man folgende Empfehlungen beachten, damit die Schmerzen gelindert werden können.

Viel trinken hilft schnell wieder fit zu werden

Am wichtigsten ist viel zu trinken, Mediziner raten zu drei bis vier Litern pro Tag. Für den Körper sind verdünnte Fruchtsäfte, Tee und Wasser am besten geeignet, da der Sekret so besser verflüssigt werden kann. Bestrahlungen mit Rotlicht sorgen außerdem dafür, dass die Entzündung eingedämmt wird. Auch im Bett kann man einen wichtigen Tipp befolgen: Man sollte sein Kopfkissen etwas erhöht positionieren, damit der Schleim aus den Höhlen besser abfließen kann.

Bei der chronischen Sinusitis ist es sehr wichtig die Ursache genau abzuklären. Zahnentzündungen und Allergien müssen in jedem Fall entsprechend behandelt werden. Eine schiefe Nasenscheidewand lässt sich nur durch einen operativen Eingriff begradigen. Ebenso lassen sich Polypen und die Ausführungsgänge der Nebenhöhlen nur durch eine Operation entfernen.

Am besten ist es natürlich der Erkrankung gleich vorzubeugen, damit sie erst gar nicht ausbricht. Bei einer Erkältung sollte deshalb viel getrunken werden, damit sich in den Höhlen nur wenige Rückstände ansammeln können. Wichtig ist es zudem, Sprays niemals länger als zehn Tage anzuwenden. Wird das Spray länger verwendet, gewöhnt sich die Schleimhaut an das Mittel und die Anschwellungen können noch mehr zunehmen. Eine allgemeine gesunde Lebensweise verringern zusätzlich das Risiko zu erkranken. Zum Beispiel gehört dazu der Verzicht auf Nikotin.

Quellen und weiterführende Verweise

  • © Foto/Grafik normaals 123.rf


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Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Update: Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 28.10.2020 statt.