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Was ist eine Mikrozytäre Anämie?

Zu einer speziellen Form von Anämie gehört die mikrozytäre Anämie. Der Begriff „Anämie“ steht für Blutarmut oder Blutmangel. In Verbindung mit dem Begriff „Mikrozytäre“ (kleingeratene), ergibt es die folgende Bedeutung:

Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind bei einer Blutarmut kleingeraten. Das heißt, die Form von den roten Blutkörperchen ist klein und es fehlt ihnen am Hämoglobin (roten Blutfarbstoff). In der Regel tritt die mikrozytäre Anämie in Folge eines Eisenmangels. Die Häm-Gruppe zählt zu einem zentralen Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und bei einem Eisenmangel im Organismus, kann dieser zentrale Bestandteil nicht ordentlich gebildet werden. Hämoglobin zählt wiederum zu dem zentralen Bestandteil der Erythrozyten und diese sind für die Versorgung des Organismus mit dem Sauerstoff verantwortlich.

Mikrozytäre Anämie

Mikrozytäre Anämie: Bedingt durch Eisenmangel können die Erythrozyten nicht ausreichend Hämoglobin bilden

Die mikrozytäre Anämie läuft folgendermaßen ab:

Unzureichender Eisengehalt —> wenig Hämoglobin —> zu wenig von den Erythrozyten im Blut

Das „Mikro“ in dem Begriff „Mikrozytäre“ deutet darauf hin, dass die Erythrozyten eindeutig zu klein sind. Die Erythrozyten bestehen zu 90 Prozent aus Hämoglobin und wenn das Hämoglobin nicht ordentlich gebildet werden kann, sind die ganzen Erythrozyten nicht ausreichend ausgebildet. Die makrozyte Anämie unterscheidet sich von der mikrozyten Anämie in dem verminderten MCV-Wert, der sich aus dem kleinen Blutbild entnehmen lässt. Dabei steht die Abkürzung MCV für „mittleres Erythrozytenvolumen“. Der Referenzwert von dem MCV sollte bei einer erwachsenen Person zwischen 76 und 100 Femtoliter liegen. Liegt der Wert unter 76 Femtoliter, handelt es sich um eine mikrozytäre Anämie.

Aufgrund des niedrigen Eisenanteils, sehen die Erythrozyten im Blut des Betroffenen deutlich blasser aus als gewöhnlich. An der Menge von Hämoglobin pro Zelle, lässt sich der Anteil des Hämoglobins pro Erythrozyt ablesen. Dazu gibt es auf dem kleinen Blutbild den Blutwert „MCH“. Die Abkürzung MCH steht für „Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin“.

Eisenmangel und Mikrozytäre Anämie erkennen und behandeln

Zu der häufigsten Form einer Blutarmut zählt die Eisenmangelanämie oder besser bekannt unter dem medizinischen Fachbegriff „Mikrozytäre Anämie“. Eisen kommt in Verbindung als II- oder III-wertiges Ion in unserem Organismus vor und zählt zu dem essentiellem Spurenelement. Im Hämoglobin sind zwei Drittel von dem körpereigenen Eisen enthalten. Das Hämoglobin sorgt für die Bindung des Sauerstoffs und den Transport aus der Lunge ins Blut und weiter an alle Organe und das Gewebe. Das restliche Dritte an Eisendepots liegen in der Milz, Darmschleimhaut und in der Leber. Besonders für den Energiestoffwechsel ist Eisen sehr wichtig. Die Verhinderung von Sauerstoffradikalen sowie eine für Zellerneuerung sorgt ebenfalls das Eisen vor. Des Weiteren ist Eisen für den Muskelfarbstoff „Myoglobin“ wichtig und wird in den eisenhaltigen Enzymen gespeichert.

Frauen haben einen besonders hohen Eisenbedarf. Während einer normalen Regelblutung verliert eine Frau im Durchschnitt ungefähr 15 Milligramm von dem wertvollen Eisen. Wenn sich die Regelblutung wiederholt verstärkt, ist es kein Wunder, dass es der Frau unmöglich fällt allein durch die Ernährung, die nötige Eisenmenge wieder aufzunehmen. In der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf sogar auf 100 Prozent.

Das sind die möglichen Ursachen für einen Eisenmangel:

  • Häufiger Durchfall
  • Magenerkrankungen
  • Entzündungen
  • Infekte
  • Morbus Crohn (Darmentzündung)
  • Nierenerkrankung (chronisch)
  • Darmentzündungen (chronisch)
  • Krebs
  • entzündungshemmende Medikamente / Antibiotika
  • Eiesenverwertungsstörungen (angeboren)
  • Falsche Ernährung

Das sind die möglichen Symptome eines Eisenmangels:

  • Erschöpfung und Schwäche
  • Allgemeine Müdigkeit
  • Blässe
  • Verlust von Lebensenergie
  • Kreislaufprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Anfällig gegenüber Infektionen
  • Reizbarkeit und Nervosität
  • Verstopfungen, Blähungen und Durchfall
  • Haarausfall
  • trockene Haut
  • Atemnot
  • Herzrhythmusstörungen
  • Atemnot
  • brüchige Nägel und Haare

Feststellung einer Mikrozytären Anämie

Wenn man an sich selbst bestimmte Symptome einer Anämie erkennt, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Der Arzt muss dringend eine Untersuchung vornehmen und die Symptome erfassen. Des Weiteren erfolgt in der Regel eine Blutabnahme und die anschließende Auswertung des Blutes im Labor. Hierbei spielen drei Laborwerte eine ganz besondere Rolle:

  • Erythrozyten: Es ist sehr wichtig, dass der Arzt die Anzahl von den roten Blutkörperchen bestimmt. Bei Frauen liegen die Normalwerte bei 4,1 bis 5,2 Millionen Erythrozyten pro Mikroliter Blut und bei Männern bei 4,5 bis 5,9 Millionen Erythrozyten pro Mikroliter Blut.
  • Hämoglobin: Im Labor wird die Menge von dem roten Blutfarbstoff im Blut bestimmt. Für die Frauen liegen die Normalwerte bei 12,0 g/dl und für die Männer bei 13,0 g/dl.
  • Hämatokrit: Wichtig ist, dass der prozentuale Anteil von den festen Bestandteilen im Blut bestimmt wird. Bei Frauen liegt der Normalwert bei 37 bis 45 Prozent und bei Männern bei 43 bis 49 Prozent.

Allerdings kann der angegebene Normalwert aus dem Labor von diesen Werten abweichen. Dennoch ist der Normalwert für die oben genannten Laborwerte ungefähr in dieser Größenordnung einzustufen.

Wie wird eine Mikrozytäre Anämie behandelt?

Es spielt keine Rolle, um welche Form der Anämie es sich handeln. Zuerst muss der Arzt immer die Ursache abklären und anschließend mit der passenden Behandlung beginnen.

Handelt es sich um Eisenmangel, welches sich als ursächlich für die mikrozytäre Anämie erweist, muss die Blutungsquelle gestoppt werden. Erst danach beginnt eine Therapie, die höchstwahrscheinlich Arzneimittel beinhaltet, welche die Eisendepots wieder auffüllen. Eine solche Therapie dauert meistens mehrere Wochen oder sogar Monate an. Für die Therapiedauer ist die Intensität der Erkrankung ursächlich.

Risiko einer Anämie-Entwicklung

Die häufigste Form einer Blutarmut ist die mikrozytäre Anämie und das Risiko diese Krankheit zu entwicklen, liegt ziemlich hoch und wird durch einige Faktoren bestimmt.

Personen, die von vornherein ein erhöhtes Eisenbedarf aufweisen, neigen häufiger zu einer Mikrozytären Anämie. Schließlich liegt ihr Bedarf so hoch, dass sie diesen kaum über die Nahrung auffüllen können. Deshalb müssen solche Zielgruppen unbedingt darauf achten, dass sie ausreichend eisenhaltige Kost zu sich nehmen. Des Weiteren könnte man seinen Eisenbedarf, zusätzlich mit speziellen Tabletten decken. Wenn jemand regelmäßig zur Blutspende geht, sollte er seine Eisenbedarf ständig wieder neu auffüllen. Darüber hinaus ist es ratsam in einer Schwangerschaft vermehrt auf den Eisenhaushalt zu achten. Schwangere Frauen benötigen beinahe 100 Prozent mehr von dem, was sie normalerweise benötigen. Kinder verfügen ebenfalls über ein viel höheren Eisenbedarf als Erwachsene. Damit sich keine Mikrozytäre Anämie entwickelt, ist es empfehlenswert, auf die Ernährung der Kinder zu achten. Eltern sollten dafür sorgen, dass Kinder ausreichend Obst und Gemüse essen und somit ihren Eisenmangel wieder auffüllen.

Darüber hinaus müssen Sportler oder bewegungsaktive Menschen viel mehr Eisen zu sich nehmen, als Menschen, die sich wenig bewegen und wenig Sport treiben. Vegetarier oder Veganer haben ebenfalls einen hohen Eisenbedarf. Schließlich verzichten solche Menschen bewusst auf die tierischen Nahrungsmittel und genau in diesen sind sehr viele wichtige und gute Eisenlieferanten vorhanden. Im Fleisch ist sehr viel zweiwertiges Eisen Fe++ enthalten, welches von dem Körper besser aufgenommen und verarbeitet wird.

Letztendlich ist es wichtig, dass man auf seinen Eisenhaushalt achten und diesen nicht soweit vernachlässigt, dass sich eine mikrozytäre Anämie entwickelt.



Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Update: Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 12.11.2019 statt.